Dan-Erfolge beim Gasshuku in Füssen
Vier Prüfungen – viermal bestanden: Karate Dojo Jiriki Gäufelden feiert außergewöhnliche Dan-Erfolge beim Gasshuku in Füssen.
Für das Karate Dojo Jiriki Gäufelden war das diesjährige Gasshuku in Füssen ein ganz besonderer Höhepunkt: Gleich vier Mitglieder des Vereins stellten sich während des fünftägigen Sommerlehrgangs einer Dan-Prüfung – und alle vier kehrten mit einer erfolgreichen Prüfung nach Gäufelden zurück.
Vom 3. bis 7. August trafen sich Karateka aus ganz Deutschland und darüber hinaus zum traditionellen Gasshuku in Füssen. Der jährlich stattfindende Lehrgang gilt als größter deutscher Karate-Sommerlehrgang und wird vom Gasshuku e.V. veranstaltet. Im Mittelpunkt stehen mehrere Tage intensiven Trainings und der Austausch mit hochrangigen Trainern. 2026 wurde das Gasshuku vom Shinto Füssen e.V. ausgerichtet.
Auch das Karate Dojo Jiriki Gäufelden war mit 9 Karateka in Füssen vertreten. Für drei Vereinsmitglieder war der Lehrgang allerdings mit einem besonderen Ziel verbunden: Claudia Kahlert, Leah Swierczinski und Michael Heitmeier hatten sich über viele Monate intensiv auf ihre Prüfung zum 1. Dan vorbereitet.
Der Weg zum ersten schwarzen Gürtel beginnt nicht erst am Prüfungstag. Bereits Monate zuvor wurde im Dojo in Nebringen intensiv trainiert. Teilweise standen drei Trainingseinheiten pro Woche auf dem Programm. Besonders die Katas, also festgelegte Bewegungsabläufe, wurden immer wieder trainiert, bis Techniken, Stellungen und Bewegungsabläufe sicher saßen. Zusätzlich besuchten die Prüflinge Lehrgänge in anderen Dojos, um sich möglichst umfassend auf die Anforderungen der Dan-Prüfung vorzubereiten.
Dann war es in Füssen soweit: Am vierten Lehrgangstag traten Claudia Kahlert, Leah Swierczinski und Michael Heitmeier zur Prüfung an. Nach monatelanger Vorbereitung mussten sie nun unter den Augen der Prüfer ihr Können in den verschiedenen Bereichen des traditionellen Shotokan-Karate unter Beweis stellen.
Die Anspannung war groß – doch die intensive Vorbereitung zahlte sich aus. Nach rund 20 Minuten war die Prüfung beendet und die Erleichterung riesig: Alle drei hatten bestanden und durften sich über ihren ersten schwarzen Gürtel, den 1. Dan, freuen.
Für Leah Swierczinski ist der Erfolg zugleich ein weiterer Höhepunkt ihrer bisherigen Karate-Laufbahn. Sie konnte bereits in den vergangenen Jahren zahlreiche Erfolge bei Wettkämpfen für das Dojo Jiriki erzielen, darunter Siege bei Süddeutschen und Südwestdeutschen Meisterschaften.
Doch damit war das Prüfungswochenende für das Gäufeldener Dojo noch nicht beendet. Am folgenden Tag stellte sich Heiko Zimmermann, 1. Vorsitzender und langjähriger Trainer des Karate Dojo Jiriki, der Prüfung zum 6. Dan. Unter den Augen von DJKB-Chiefinstructor Shihan Hideo Ochi – seit 1970 die Seele des deutschen Shotokan Karates – und Nationalcoach Thomas Schulze musste Zimmermann erneut unter Beweis stellen, dass er die hohen technischen und persönlichen Anforderungen dieser Graduierung erfüllt.
Für Zimmermann war die Prüfung auch deshalb ein besonderer Moment, weil er sich damit in seinen rund rund 40 Jahren Karate einen Jugendtraum erfüllen konnte. Einmal im Nationalteam kämpfen, einen großen Titel gewinnen und so weit in der Graduierung kommen, wie das in Deutschland möglich ist. Das waren für Heiko Zimmermann die Ziele die er sich gesteckt hatte nachdem er 1986 mit dem Karate-Training begonnen hatte, 1993 erkämpfte er sich seinen ersten Dan. Seitdem ist Karate ein wesentlicher Bestandteil seines Lebens. Auch als Trainer und Vereinsvorsitzender gibt er seine Erfahrung an die nächste Generation weiter. Seit 2013 steht Zimmermann als 1. Vorsitzender an der Spitze des Karate Dojo Jiriki Gäufelden.
Der Gewinn des Weltmeistertitels bei den World Police and Fire Games 2001 in Indianapolis erfüllte einen Teil dieser Wünsche. Mit der erfolgreichen Prüfung in Füssen darf sich Zimmermann nun über den 6. Dan freuen und konnte damit den letzten großen Jugendwunsch erfüllen. Damit reiht er sich in den Kreis der hochgraduierten Karateka des Deutschen JKA-Karate Bundes ein.
Für das Karate Dojo Jiriki sind die vier bestandenen Prüfungen ein außergewöhnlicher Erfolg. Drei Mitglieder haben den ersten großen Meilenstein auf dem Weg des traditionellen Karate erreicht, während der Vereinsvorsitzende mit dem 6. Dan einen weiteren Höhepunkt seiner jahrzehntelangen Karate-Laufbahn feiern konnte.
Dabei zeigen die vier erfolgreichen Prüflinge auf ganz unterschiedliche Weise, worauf es im Karate ankommt: Ausdauer, Disziplin, Motivation und die Bereitschaft, immer wieder an sich selbst zu arbeiten.
Wenn am 14. September nach der Sommerpause der Trainingsbetrieb beim Karate Dojo Jiriki wieder aufgenommen wird, dürften die vier erfolgreichen Prüflinge deshalb nicht nur ihre neuen Graduierungen mitbringen, sondern auch eine große Portion Motivation für ihre Vereinskameraden.
Denn gerade das macht den Karate-Weg aus: Es geht nicht darum, irgendwann einen schwarzen Gürtel zu besitzen. Es geht darum, sich ständig weiterzuentwickeln, Herausforderungen anzunehmen und auch nach vielen Jahren noch bereit zu sein, Neues zu lernen.
Vier Dan-Prüfungen, vier Erfolge – für das Karate Dojo Jiriki Gäufelden ein Gasshuku, das sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird.



