Nachruf für Markus Kahlert

Es ist schwierig so zu tun, als seist du tot, wenn man noch mit deinem Erscheinen rechnet. Am 04. April aber hast du einen Kampf verloren, der darüber entschieden hat und der uns fassungslos lässt, weil es trotz deiner kurzen, schweren Krankheit für viele Überraschend kam. Selbst als naher Angehöriger erschreckt der Eintritt des Unbegreiflichen. Und deinen Angehörigen gilt unsere Anteilnahme und unser Mitgefühl.

Einige aus dem Verein kennen dich noch aus den Tagen vor der Gründung, den Sunny Boy mit gegelten Haaren, vor allem Claudia, Heinz, Heidi, Gerhard, Heiko, Hans-Peter. Aus Nagolder Zeiten, wo du 1992 mit dem Training begonnen hast, wo du Claudia kennen- und lieben gelernt hast, wo du Lehrgänge und Gasshukus besucht hast. Hier hat deine aktive Zeit begonnen. Hier hast du dich mit Herzblut in das Training gekniet, hast auf körperlicher Ebene deine Leistungsfähigkeit ausgelotet und dich an die Grenzen getrieben. Diese Prägung mündete in der Gründung des Karate Vereins in Gäufelden 2002. Hier hast du gleich zu Beginn Verantwortung übernommen: eine Homepage musste her, die Finanzen sollten in sicheren Händen sein und Claudia übernahm den Part Materialbestellung für den Verein. Sicher nichts, was ihr beide vollständig alleine gemacht habt, sondern auch zusammen im Team. Auch als du die Aufgaben nach deiner starken Vorarbeit 2014 (die Homepage) und 2015 (den Kassiererposten) übergeben hast, nach sage und schreibe 12, bzw. 13 Jahren Tätigkeit in BEIDEN Bereichen, hast du deine Nachfolger nicht im Regen stehen lassen. Das allein zeugt von deiner Hingabe, von deiner Hilfsbereitschaft und Großmütigkeit. Du warst immer mit Rat und Tat zur Stelle und hast auch mir die Arbeit an der Homepage erst möglich gemacht.

Dafür muss ich dir persönlich, als auch der Verein herzlichen Dank und größte Anerkennung aussprechen!

Immer hilfsbereit, herzlich und mit einem Lächeln auf den Lippen (oder im Herzen), so kennen wir dich. Du warst aktiv im Verein, hast dich gepuscht und die Prüfung zum Schwarzgurt 2009 endlich auch angepackt – lange genug wolltest du diese Hürde nicht nehmen. Der Schwarzgurt war dir so viel wert: ein Ritterschlag, nicht weniger. Und entsprechend schobst du mit Heinz zusammen Zusatztrainings in den ohnehin anstrengenden Gasshuku in Konstanz ein, um ja auch die Prüfung zu bestehen. Du hättest es auch so geschafft. Aber du wolltest nichts dem Zufall überlassen. Als Schwarzgurt hast du mit großer Freude die Anfänger trainiert. Und ich meine, es gibt nichts Großartigeres, als wenn sich danach, als du später gesundheitsbedingt etwas zurücktreten musstest, ein ehemaliger Anfänger nach deinem Verbleib erkundigt… und sich freut, wenn du zurückkommst. Und das war dein Ziel: Zurückkommen! Dafür hast du gekämpft. Dafür hast du 2020 den 2.Dan erstritten.

Leider wird nicht jeder Kampf gewonnen. Mit deiner Familie trauern wir um unseren Vereinskameraden der ersten Stunde, um unseren Trainingspartner und – viel wichtiger – um unseren Freund.

Leb wohl, bis wir uns wiedersehen. Oss
Im Namen deiner Vereinskameraden, Thomas Negele