Shobu-Ippon-Cup 2005 in Darmstadt

 

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Die Teilnehmer auf dem Bild, 
hintere Reihe von links:
Hans-Petr Schöb, Sascha Ungericht, Benjamin Bonakdar
vorne von links:
Pascal Sindlinger, Richard Dang Quang, Mark Ungericht

Das nicht nur gute Technik, Kondition und Trainingsfleiß sondern auch eine Portion Glück zum Erfolg gehört mussten die 6 Kämpfer des Karate-Dojo-"Jiriki"-Gäufelden teils schmerzlich erfahren.

Nach zweistündiger Anfahrt nach Darmstadt startete der bundesweit ausgeschriebene Shobu-Ippon-Cup. Dieser Wettkampf hat die Besonderheit, dass die beiden Kämpfer unmittelbar in beiden Karate-Wettkampfdisziplinen, nämlich Kata (Form) und Kumite (Kampf ) gegeneinander antreten müssen.

An diesem Turnier, an dem sogar eine große Gruppe aus der tschechischen Republik angereist war mussten zuerst die "Youngsters" unter den Teilnehmern des Gäufeldener Dojo´s, nämlich Marc Ungericht und Pascal Sindlinger in der Gruppe der 12-14jährigen starten.

Marc Ungericht, der erst sein zweites Turnier bestritt war die Aufregung deutlich anzumerken, zumal er gegen den Wettkampferfahrenen Robin Kaun vom benachbarten Dojo Calw antreten musste.

Bei der Kata war Marc Ungericht die Aufregung und die fehlende Routine deutlich anzumerken, so dass er deutlich unterlag. Im sofort folgenden Durchgang im Kumite fand er sein Selbstvertrauen und Kampfgeist wieder und holte auf weshalb die Seitenkampfrichter am Ende ein Unentscheiden anzeigten. Allerdings war der Hauptkampfrichter anderer Ansicht und entschied für den Calwer Karateka, weshalb Marc Ungericht hier schon ausschied.

Pascal Sindlinger traf in der ersten Runde auf Tobias Hermann aus Frankfurt-Höchst. Hier konnte er in beiden Disziplinen Siegen. Im zweiten Durchgang traf er auf den späteren Turniersieger aus Nürnberg. Pascal konnte in der Kata ein unentschieden erkämpfen, im Kumite unterlag er und schied ebenfalls aus.

In der Gruppe der 15-17jährigen orange-grüngurte startete Hans-Peter-Schöb, der hier sein erstes Turnier bestritt. Er erkämpfte sich eine Teilnahme im "kleinen Finale" um Platz 3. In der Kata unterlief im ein Ablauffehler, weshalb diese Disziplin trotz starker Techniken verloren war. Diesen Rückstand konnte er auch im Kumite nicht mehr ausgleichen. Das hieß ein undankbarer vierter Platz.

In der gleichen Altersgruppe aber Blaugurte starteten Benjamin Bonakdar und Sascha Ungericht. Auch für Benjamin war es der erste Wettkampf, weshalb er zunächst noch Lehrgeld bezahlen musste und in der ersten Runde Ausschied.

Sascha Ungericht konnte Dietrich Günther aus Darmstadt in beiden Disziplinen besiegen. Aber schon in der zweiten Runde war auch für ihn mit einem 3:1 Kampfrichterentscheid Schluß.

In der höchsten Klasse, nämlich Braun- und Schwarzgurte ab 18 Jahren vertrat Richard Dang-Quang die Farben des Dojo. Der erst aus der Jugend, dort war er deutscher Meister, aufgestiegene Richard traf auf Jan-Michael Gössling aus Herford. Dieser war fast zwei Köpfe größer als der Kämpfer aus Gäufelden. Hier muß angemerkt werden, dass es im traditionellen JKA-Karate keine Gewichtsklassen gibt. Dieser Verband sagt, dass man sich in einer realen Situation auch nicht auf ein Gewichtslimit berufen kann und das Beste aus den jeweiligen Voraussetzungen machen muß.

In der Kata war der Herforder Karateka absolut Chancenlos und verlor mit 4:0 Richterstimmen.

Im Kumite kam es zu einer äußerst harten Auseinandersetzung zwischen den Beiden. Der Herforder wollte die technische Überlegenheit von Richard mit Härte ausgleichen, so dass er beim Stand von 1:1 einen derart unkontrollierten Schlag zum Kopf führte, dass die Lippe des Gäufeldener auf einer länge von 5mm aufplatzte. Dies hätte zur sofortigen Disqualifikation führen müssen, nach einer Kampfrichterbesprechung kam es unverständlicherweise nur zu einer Verwarnung. Im weiteren Verlauf wurde Richard nochmals getroffen, was wiederum ohne weitere Konsequenzen blieb. Trotz der Verletzung konnte Richard durch seine Erfahrung das 1:1 halten, weshalb er durch den Sieg in der Kata gewann.

Den unbedingten Siegeswillen zeigte sich als Richard sowohl von der anwesenden Ärztin als auch vom Trainer zum Abbruch gedrängt wurde, dies jedoch ablehnte.

Den nächsten Kampf gegen einen alten Bekannten aus Bad Homburg startete Richard wiederum mit einem 4:0 Kata-Sieg. Auch im Kumite glich er nach einem kurzen Rückstand wieder aus so dass es bis 10 Sekunden vor Schluß 1:1 stand. Dann sah ausschließlich (keine! Seitenkampfrichter) der Hauptkampfrichter eine wertbare Technik. Das hieß klarer Sieg in Kata, knappe Niederlage im Kumite. Unverständlicherweise entschied das Kampfgericht in der Gesamtbewertung 3:1 gegen Richard Dang-Quang.

Als Fazit bleibt zu sagen, dass durchaus ansprechende Leistungen gezeigt wurden, aber das nötige Quentchen Glück fehlte. Allerdings steht noch diesen Monat die Süddeutsche Meisterschaft im Immenstadt ins Haus, die "jetzt erst recht" Einstellung der Kämpfer war deutlich spürbar.

Heiko Zimmermann

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